Erscheinung Unserer Lieben Frau 1921

Ort: Cova da Iria

Datum: 15. Juni 1921

Kontext: Tag vor der Abfahrt von Lucia in das Heim von Vilar

Bischof José traf um 1920-1921 ein erstes Mal mit Lucia zusammen und befragte sie über die Erscheinungen. Er schlug ihr vor, Fatima zu verlassen und nach Porto zu gehen, da sie dort nicht bekannt wäre.
Aus dem Tagebuch von Schwester Lucia:

„Als ich wieder in Fatima war, bewahrte ich mein Geheimnis unversehrt, die Freude jedoch, die ich verspürte, als ich mich vom Herrn Bischof verabschiedete, dauerte nur kurze Zeit.  Ich dachte an meine Familienangehörigen, ans Elternhaus, an die Cova da Iria, an Cabeço, an Valinhos, an den Brunnen…  Und jetzt sollte ich alles verlassen, auf einmal für immer? Ich weiß auch nicht genau, wohin ich gehen soll. Ich hatte dem Bischof zugesagt, jetzt aber gehe ich nochmals zu ihm, es täte mir leid, ich möchte nicht von Fatima weggehen.»

Sie befand sich in diesem Kampf, als sie zur Cova da Iria ging::

„So besorgt warst Du (Anmerkung: Muttergottes) und stiegst noch einmal auf die Erde herab und ich verspürte Deine freundschaftliche und mütterliche Hand, die mich in meinem Schatten berührte. Ich erhob meinen Blick und sah Dich, Du warst es, die Gesegnete Mutter, die mir die Hand gab und mir den Weg zeigte. Deine Lippen öffneten sich und der süße Klang Deiner Stimme stellte das Licht und den Frieden in meiner Seele wieder her: „Hier bin ich das siebte Mal, geh, folge dem Weg, den Dich der Herr Bischof führen will. Das ist Gottes Wille“
Dann wiederholte ich mein ‘Ja’. Es geschah noch viel bewusster als damals am 13. Mai 1917. Und als Du Dich erneut zum Himmel erhobst, ging durch meinen Geist wie in einem raschen Blick die ganze Reihe der Wunder vorüber, die an diesem Ort vor fast vier Jahren zur Erwägung geschenkt worden waren."

Mitteilungsblatt Die Seligen Francisco und Jacinta, Januar-März 2006.

übernommen aus: https://www.fatima.pt/de/pages/bericht-der-erscheinungen