Neuevangelisierung durch Gebet - Das Fatima-Weltapostolat

Seit 60 Jahren in Deutschland: Das Fatima-Weltapostolat

von Msgr. Ludwig Vogel

Während des ersten Weltkriegs erschien in Fatima (Portugal) die Gottesmutter monatlich vom 13. Mai bis zum 13. Oktober 1917 drei Hirtenkindern: Lucia, Francisco und Jacinta. Sie bezeichnete sich als die Königin des hl. Rosenkranzes, rief auf zu Umkehr und Buße und wünschte die Weihe an ihr Unbeflecktes Herz und die Feier des Herz-Mariä-Sühnesamstags an jedem ersten Samstag im Monat.

Das Fatima-Apostolat will nichts anderes, als die Bitten und Wünsche der Gottesmutter erfüllen.

 

Aufruf zur Sühne

Was war in Fatima geschehen? Schon im Jahr 1916 wurden die drei Hirtenkinder von einem Engel auf das große Ereignis vorbereitet.

Bei der ersten Begegnung beugte sich eine lichtvolle Engelgestalt bis zur Erde und betete dreimal: »Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich und ich liebe Dich. Ich bitte Dich um Verzeihung für jene, die nicht an Dich glauben, die Dich nicht anbeten, die nicht auf Dich hoffen und die Dich nicht lieben.«

Bei der zweiten Erscheinung forderte sie der Engel auf, viel zu beten und die Leiden, die Gott ihnen schicken werde, geduldig zu ertragen. Bei der dritten Erscheinung kniete der Engel vor Kelch und Hostie nieder und opferte Gott den Leib und das Blut Jesu auf zur Sühne für die Sünden und zur Bekehrung der Sünder.

Schließlich, am 13. Mai 1917 sahen die Hirtenkinder plötzlich einen Lichtschein über einer Steineiche und eine Dame ganz in Weiß, die sagte: »Habt keine Angst! Ich tue euch nichts zuleide.« »Ich komme vom Himmel.« »Betet täglich den Rosenkranz, um den Frieden für die Welt.«

 

»Betet den Rosenkranz!«

Fortan erschien sie ihnen an jedem 13. des Monats bis Oktober. Am 13. Juli sagte ihnen die Erscheinung nach einigen Augenblicken des Schweigens: »Wenn ihr den Rosenkranz betet, dann sagt nach jedem Geheimnis: ›Oh mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden. Bewahre uns vor dem Feuer der Hölle. Führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.‹«

 

Für den Frieden

Am 13. Oktober 1917 erlebten und bezeugten ca. 70.000 Menschen ein Sonnenwunder. Maria gab sich den Hirtenkindern zu erkennen. Sie bezeichnete sich als die Königin des hl. Rosenkranzes. Sie sagte, sie sei gekommen, um die Gläubigen zu ermahnen, ihr Leben zu bessern und den Herrn nicht mehr durch die Sünde zu betrüben.

Nach eingehender Prüfung fanden die Erscheinungen von Fatima am 13. Oktober 1930 die kirchliche Anerkennung. In der Folgezeit waren alle Päpste von Pi-us XII. bis Benedikt XVI. Fatima überaus zugetan. Am 13. Mai im Heiligen Jahr 2000 nahm Johannes Paul II. in Fatima die Seligsprechung der beiden Seherkinder Francisco und Jacinta Marto vor († 1919 und 1920).

Zehn Jahre später zum Jahrestag der Seligsprechungen besuchte Papst Benedikt XVI. Fatima. Schwester Lucia dos Santos, eine Cousine der seligen Geschwister Francisco und Jacinta, verstarb am 13. Februar 2005 im Alter von 97 Jahren im Karmelkloster von Coimbra/Portugal. Ihr Seligsprechungsprozeß ist eingeleitet.

Paul VI. sagte beim Goldenen Jubiläum 1967 vor 2 Millionen Pilger: »Die Botschaft von Fatima ist der Ruf des Evangeliums nach Gebet und Buße.« Johannes Paul II. nannte »Fatima, die Botschaft des Jahrhunderts.« Als sich die West- und Ostmächte in atomarer Bedrohung gegenüberstanden, hatte Pfarrer Harold Victor Colgan (Plainsfield/USA) während einer schweren Krankheit 1946 das Versprechen gegeben, sein Leben in den Dienst der Gottesmutter zu stellen. Ein Jahr später gründete er unter dem Namen »Blaue Armee Mariens« das Fatima-Apostolat.

Als Gründer unseres Apostolats in Deutschland gilt Pfarrer Andreas J. Fuhs, Beltheim bei Koblenz († 22.06.1967, Grab auf dem Friedhof in Alt-Fatima). Er brachte das Fatima-Weltapostolat 1951 nach Europa. Ein wichtiges Ereignis war die Erneuerung der Weihe Deutschlands an das Unbefleckte Herz Mariens im Jahr 1994 durch Erzbischof Dyba in Fulda unter großer Beteiligung der Gläubigen.

Es bestand nun die Absicht, das Zentrum des Fatima-Apostolates in die Mitte Deutschlands zu legen. In Dankbarkeit für die Öffnung der Grenzen wurde in Petersberg ein Kreuzweg und eine Christusstätte errichtet (Einweihung am 09. Juli 1995). Seit 1997 befindet sich die Zentrale des Fatima-Weltapostolats in Petersberg unter der Leitung von Msgr. Ludwig Vogel.

Heute zählt die »Blaue Armee Mariens«, die seit dem 03.02. 2006 in »Fatima-Weltapostolat« umbenannt wurde, rund 22 Millionen Beter in ca. 120 Ländern. Dennoch gilt es, nicht nachzulassen im Vertrauen auf die Hilfe der Gottesmutter. Helfen auch Sie mit an der Bekehrung der Welt! Nur durch Ihre Unterstützung sind wir in der Lage, den Fatima-Ruf zur Umkehr zu verbreiten.

Wer durch Gebet und Opfer mithelfen möchte an unserem hohen Ziel, Deutschland durch die Hlgst. Herzen Jesu und Mariens religiös-sittlich zu erneuern, ist herzlich zum Eintritt in unsere Bewegung eingeladen. Das hierfür zu erfüllende (nicht unter Sünde verpflichtende) Versprechen unserer Mitglieder lautet:

  1. Täglich den Rosenkranz (oder wenigstens ein Gesätz) im Sinne unseres Ideals zu beten.
  2. Den Alltag mit seinen Pflichten und Mühsalen, auch Widerwärtigkeiten und Leiden im Geiste der Buße und Sühne durch Maria Gott aufzuopfern.
  3. Nach Möglichkeit den ersten Samstag jeden Monats (notfalls sonntags darauf) durch den Empfang der Sühnekommunion zu Ehren des Unbefleckten Herzens Mariens zu begehen.
  4. Persönlicher Vollzug der Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens und Lebensgestaltung aus dieser Weihe, sowie die Bereitschaft, auch andere für die Botschaft von Fatima zu gewinnen.
  5. Als Zeichen dieser Weihe an Maria tragen wir die bekannte »Wunderbare Medaille« oder das Skapulier vom Berge Karmel. Beides kann von uns bezogen werden.

 

erschienen in "Der Durchblick" Nr. 77, September 2011

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