Kennen Sie den lebendigen Rosenkranz?

Walter Karger (Diakon) und Ulrike Karger, Fatima-Welt-Apostolat Regensburg

 „Betet täglich den Rosenkranz!“ so lautet die eindringliche Bitte der Muttergottes bei ihren Erscheinungen in Fatima und in anderen Erscheinungsorten. Viele hören diese Worte, aber sie fühlen sich überfordert, dieser Bitte der Muttergottes nachzukommen oder sie beginnen und geben aus verschiedenen Gründen alsbald wieder auf.
Maria ist Mutter, einfach, demütig und um alle ihre Kinder besorgt. Der Lebendige Rosenkranz ist sicher eine Antwort für jene, die der Bitte der Muttergottes entsprechen wollen, einen kompletten Rosenkranz aber nicht beten können.

Geschichte des lebendigen Rosenkranzes

„Die Kirche verdankt den lebendigen Rosenkranz der Genialität einer jungen Frau aus Frankreich. Sie wurde 1799 in der Stadt Lyon geboren, wo sie bis zu ihrem Tod 1862 lebte. Ihr Name ist Pauline-Marie Jaricot. Pauline hatte eine tiefe Liebe zu Jesus und seiner Kirche. Deshalb betete sie eifrig für die Ausbreitung des Glaubens unter allen Menschen überall auf der ganzen Welt. Ihr Vater leitete eine Seidenfabrik in Lyon und hatte viele Angestellte. Eines Tages hatte Pauline eine glänzende Idee. Sie sprach mit den Arbeitern über die Missionsaufgabe der Kirche und lud sie ein, sich ihr anzuschließen beim Rosenkranzgebet für die Priester und Ordensschwestern, die als Missionare in weit entfernten Ländern die Frohe Botschaft von Jesus verkündigten. Sie wusste jedoch auch, dass die Männer und Frauen, die viele Stunden in der Fabrik arbeiten mussten, bei ihrer Heimkehr am Abend müde waren. Aus diesem Grund erfand sie einen Weg, der es jedem Arbeiter erlauben würde, am Rosenkranzgebet teilzunehmen, ohne als Einzelner überlastet zu sein. 
Was also tat Pauline? Sie bat die Arbeiter, Gruppen von je 15 Mitgliedern zu bilden. Jedes Mitglied einer Gruppe sollte täglich eines der 15 Rosenkranzgeheimnisse beten, denn nur so viele waren es damals. Jedes Gruppenmitglied erhielt am Anfang des Monats sein Geheimnis, das durch den Leiter der Gruppe ausgelost worden war. Die Lose bestanden aus 15 Papierstreifen, auf denen je ein Rosenkranzgeheimnis geschrieben stand. Paulines Idee war in der Tat brillant und wurde von den Arbeitern ihres Vaters begeistert aufgenommen. Auch wenn sie am Ende eines Tages müde waren, beteten sie getreu ihr Rosenkranzgesätz. Oft schloss sich sogar das ein oder andere Familienmitglied dem Gebet an. Am Ende des Monats loste jede Gruppe erneut die Geheimnisse für die einzelnen Mitglieder aus, die diese dann während des folgenden Monats jeden Tag treu beteten. Und so ging es weiter das ganze Jahr hindurch. Wir sehen, was Pauline erreichte, indem sie ihre geniale Idee in die Tat umsetzte: zusammen beteten die 15 Mitglieder jeder Rosenkranzgruppe täglich einen  ganzen Psalter, was ein Einzelner allein niemals geschafft hätte.
Paulines Art und Weise, den Rosenkranz zu beten wurde als der „Lebendige Rosenkranz“ bekannt… Als sie 1832 Papst Gregor XVI. in Rom besuchte, approbierte dieser die „Gesellschaft zur Glaubensverbreitung“, die aus Paulines Aktivitäten unter den Fabrikarbeitern ihres Vaters hervorgegangen war…“
(Auszug aus dem Büchlein „Der Lebendige Rosenkranz“ von Bischof em. Hubert Bucher, Grignon-Verlag, ISBN 978-3-932085-99-4)

Der Lebendige Rosenkranz heute

Seit den Tagen von Pauline-Marie Jaricot haben sich verschiedene Formen entwickelt, den lebendigen Rosenkranz zu beten. In einigen Gruppen wird das Rosenkranzgesätz monatlich ausgelost, in anderen Gruppen halbjährlich oder jährlich.

Persönliche Erfahrung mit dem Lebendigen Rosenkranz

Unsere Gruppe in Regensburg haben wir im Jahr 2000 gegründet, um täglich ein Gesätzlein für die Ungeborenen Kinder zu beten. Andere Gruppen oder Mitglieder beten in anderen Intentionen, z.B. für Ehe und Familie, für Priester und Ordensleute bzw. für Berufungen, für den Frieden, für die Politiker, für die Erzieher, für unser Land etc., für Anliegen, die einem besonders am Herzen liegen.
Mit jedem Rosenkranzgeheimnis ist eine sogenannte „Frucht“ verbunden, die man für sich selber erbitten kann. Einige Beispiele: …den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast – die „Frucht“, die ich für mich erbitte, ist die „Offenheit für Gott“; oder: ...der uns die Eucharistie geschenkt hat – die Frucht, die ich mir erbitte: die Dankbarkeit. Zu jedem Rosenkranzgesätzlein gehört also auch eine „Frucht“, die auf dem Loszettel mit aufgeschrieben ist. Es ist alles ganz einfach.
Durch das Beten des Lebendigen Rosenkranzes erfülle ich den Wunsch der Muttergottes, ich bete in ihren Anliegen und darf selber durch die „Früchte“ des Lebendigen Rosenkranzes im geistigen Leben wachsen und reifen.
Der Lebendige Rosenkranz, so haben wir über die Jahre erfahren dürfen, hat es wirklich in sich. Er ist einfach genial. Manche Menschen wissen gar nicht mehr, wie sie in ihren Nöten beten sollen. Mit dem Lebendigen Rosenkranz haben sie ein einfach zu erlernendes Hilfsmittel zur Hand. Durch den Lebendigen Rosenkranz kann man auch leichter Menschen gewinnen, die beruflich sehr eingespannt sind oder auch Neueinsteiger, aber auch Kinder und Jugendliche. Es sind ja wirklich nur 5 Minuten täglich. Es bedarf nur des guten Willens und der Entscheidung mit zu beten. Auch kranke Menschen, die einen ganzen Rosenkranz nicht (mehr) schaffen, können beim Lebendigen Rosenkranz gut mit machen. Unter Umständen bekommen sie dadurch sogar eine neue Aufgabe für ihr Leben bzw. finden Sinn in ihrem Leid. Menschen, die nicht mehr in die Kirche gehen können, sind durch den Lebendigen Rosenkranz in eine Gebetsgemeinschaft mit hineingenommen. Man betet das Gesätzlein zwar alleine, aber jeder Beter wird hier in Regensburg in die hl. Messen des Dominikaner-Ordens mit eingeschlossen. Für die verstorbenen Mitglieder wird die hl. Messe jährlich am Rosenkranzfest gefeiert. Wir wollen auch nicht vergessen, dass durch das monatliche Auslosen, wie wir es praktizieren, der persönliche Kontakt gepflegt wird, sei es brieflich, telefonisch, per email oder durch Besuche. Der Lebendige Rosenkranz verbindet: Gruppenmitglieder, Familienmitglieder, Pfarreiangehörige, Priester und Laien, über jegliche Grenzen hinweg.

Fazit aus unserer persönlichen Erfahrung mit dem Lebendigen Rosenkranz

Der Lebendige Rosenkranz ist ein Geschenk der Muttergottes gerade auch für unsere heutige Zeit. Sie möchte jeden mit einbeziehen. Jeder ist eingeladen, den Rosenkranz zu beten zum eigenen Heil und zum Heil des Nächsten. Die Muttergottes erbittet nur wenig, schenkt aber unendlich viel. Als erstes Dankbarkeit und Freude.
Bitte haben wir keine Angst, Menschen einzuladen, beim Lebendigen Rosenkranz mit zu beten. Viele warten darauf, angesprochen zu werden. Die Not ist oft sehr groß und die Menschen sehen keinen Ausweg. Aber die Muttergottes.

Wie werde ich Mitglied bei der Gemeinschaft des Lebendigen Rosenkranzes?

Für den deutschsprachigen Raum wenden Sie sich bitte an:
Frau Doris Legat
Unterer Porst 43a
6850 Dornbirn
Österreich
Tel.: 0043 5572 394537
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